Bewegung und Lernen

Sonntag 23. Oktober 2011 von admin

Aspekte der Bedeutung von Bewegung für das Lernen

  • Aktivierung eines größeren Teils des Gehirns, Vernetzung von Nervenbahnen: vermehrte Bildung von Neurotrophinen, Anregung des Wachstums von Nervenzellen, Steigerung synaptischer Verbindungen, komplexeres Denken wird so gefördert.
  • Abbau von Spannung/Stressreduktion, emotional und körperlich. Daueranspannung mit ständigem Adrenalinausstoß erschwert bis blockiert Lernen und Gedächtnis.
  • Bessere Stimmung, gute Laune durch die Freisetzung von Endorphinen.
  • Überkreuzbewegungen (siehe Krabbeln beim Kleinkind) fördern die Koordination beider Gehirnhälften.
  • Förderung der Koordination von Auge und Hand.
  • Steigerung der Durchblutung im Gehirn, Förderung des Stoffwechsels.
  • Handlungsorientiertes Lernen: Steigerung der Merkfähigkeit, wenn verschiedene Sinne genutzt werden. Beispiel: Spielen und Darstellen von Lerninhalten. Das Lernpotenzial erweitert sich, wenn auch ansonsten weniger genutzte Sinne/Gehirnareale aktiviert werden.
  • Nach dem Sport zeigen sich im EEG vermehrt Alphawellen, die vorteilhaft für das Lernen sind.
  • Bewegung ist gesundheitsfördernd und schließlich auch
  • eine Ausdrucksmöglichkeit:

“Wenn ich Ihnen sagen könnte, was es ist, hätte ich es nicht getanzt.”
(Zitat der Tänzerin Isadora Duncan nach Howard Gardner: »Abschied vom IQ«, 2001)

Kategorie: Allgemeines | Keine Kommentare »

Helfen Übungshefte?

Sonntag 23. Oktober 2011 von admin

Häufig taucht für Eltern die Frage nach dem Sinn von zusätzlichem Übungsmaterial auf. Zum Beispiel in Form von Heften, die Inhalte zum Wiederholen und vertiefenden Üben anbieten. Zumeist erhalten die Schüler motivierende Sternchen, Smilies u. ä., wenn Übungseinheiten absolviert wurden.

Gut oder nicht gut?

In meiner Praxis erlebe ich zumeist, dass nicht das »Wieviel« bei Lernschwierigkeiten entscheidend ist, sondern vielmehr das »Wie«.
Beispiel Deutsch, Rechtschreibung: Wird jedes Mal auf`s Neue versucht, ein Wort nach seinem Klang aufzubauen, hilft häufiges Üben nicht dauerhaft – solange die Strategie nicht geändert wird.
Beispiel Mathe, Minusrechnen: Wird immer wieder neu Zahl für Zahl herunter gezählt, hilft häufiges Üben nicht dauerhaft – solange die Strategie nicht geändert wird.

Das kann dazu führen, dass vieles Üben insbesondere eines vertieft: die wenig effektive Lernstrategie.

Erst, wenn die Lerntechniken effizient und hilfreich sind, verhilft das Üben zu stabilen Erfolgen – dann aber ist zusätzliches Lernen häufig nur noch in Maßen nötig.

Kategorie: Allgemeines | Keine Kommentare »