Dyskalkulie – Gleichung

Dienstag 22. November 2011 von admin

Zumeist sind es nicht zu wenig Arbeitsmittel und Lernhilfen, nicht zu wenig Anstrengung, nicht zu wenig Zeit für Mathe.

Im Gegenteil ist die Rechnung oft eine andere:

  • viel Anstrengung + viel Zeit + Übungshefte + Lernhilfen => wenig oder nur kurzfristige Erfolge

Und das ist für Eltern und Schüler eine entmutigende, mitunter zu Resignation oder auch Verzweiflung führende Situation.

Mitunter gilt es daher auch – salopp formuliert – zu »entrümpeln«, wenn Lernspiele und CDs, Lernsoftware und Karteikarten, Übungshefte und zusätzliche Bücher allesamt im Einsatz sind.

»Viel hilft viel« stimmt hier nicht, nicht einmal lässt sich sagen »viel schadet auch nicht«.

Ganz wichtig für Mathe wie für anderes, erfolgreiches Lernen sind Selbstwert und Gefühl und die leiden mit der Zeit, wenn es (innerlich) heißt: Alles hilft nicht.

Im Laufe der Lerntherapie betrachten wir daher gemeinsam auch das Lernen zu Hause und wir stärken das Zutrauen durch einen effektiven und dann erfolgreichen Umgang mit Zahlen – und somit wird auch die Lern-Gleichung immer »richtiger«:

  • weniger Anstrengung + weniger Zeit + wenige, gezielte Lernhilfen => zunehmende Erfolge und Stabilisierung

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Bewegung und Lernen

Sonntag 23. Oktober 2011 von admin

Aspekte der Bedeutung von Bewegung für das Lernen

  • Aktivierung eines größeren Teils des Gehirns, Vernetzung von Nervenbahnen: vermehrte Bildung von Neurotrophinen, Anregung des Wachstums von Nervenzellen, Steigerung synaptischer Verbindungen, komplexeres Denken wird so gefördert.
  • Abbau von Spannung/Stressreduktion, emotional und körperlich. Daueranspannung mit ständigem Adrenalinausstoß erschwert bis blockiert Lernen und Gedächtnis.
  • Bessere Stimmung, gute Laune durch die Freisetzung von Endorphinen.
  • Überkreuzbewegungen (siehe Krabbeln beim Kleinkind) fördern die Koordination beider Gehirnhälften.
  • Förderung der Koordination von Auge und Hand.
  • Steigerung der Durchblutung im Gehirn, Förderung des Stoffwechsels.
  • Handlungsorientiertes Lernen: Steigerung der Merkfähigkeit, wenn verschiedene Sinne genutzt werden. Beispiel: Spielen und Darstellen von Lerninhalten. Das Lernpotenzial erweitert sich, wenn auch ansonsten weniger genutzte Sinne/Gehirnareale aktiviert werden.
  • Nach dem Sport zeigen sich im EEG vermehrt Alphawellen, die vorteilhaft für das Lernen sind.
  • Bewegung ist gesundheitsfördernd und schließlich auch
  • eine Ausdrucksmöglichkeit:

“Wenn ich Ihnen sagen könnte, was es ist, hätte ich es nicht getanzt.”
(Zitat der Tänzerin Isadora Duncan nach Howard Gardner: »Abschied vom IQ«, 2001)

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Stark gegen Stress

Sonntag 23. Oktober 2011 von admin

„Wie wird man in einem Fluss mit Stromschnellen, Strudeln und anderen potenziellen Gefahren ein guter Schwimmer?“ (Antonovsky, 1997)

Der Medizinsoziologe Antonovsky entwickelte das Konzept der »Salutogenese«. Es zeigt Einstellungen, die dazu führen, dass Menschen unter identischen Stressbedingungen eher gesund bleiben als andere.
Zusammenfassend nannte er diese Einstellungen, die den Unterschied ausmachen, »sense of coherence« (SOC), Kohärenzsinn.

Drei Faktoren machen demnach den Kohärenzsinn aus; sie gilt es in ihrer Entwicklung zu fördern:

  • Verstehbarkeit: Geschehen wird als strukturiert und erklärbar erlebt.
  • Handhabbarkeit: Die Überzeugung, Ereignisse können eigenständig oder mit Hilfe bewältigt werden.
  • Sinnhaftigkeit: Probleme und Anforderungen werden als Herausforderungen angegangen, weil dies als bedeutsam und wertvoll erlebt wird.

Auch das Konzept der »Resilienz« beschäftigt sich mit den Schutzfaktoren, die Menschen gegenüber den Belastungen des Lebens widerstandsfähig (und damit auch: leistungsfähig) machen. Demnach ist ein weiterer Aspekt in jedem Alter wichtig,

  • das Vorhandensein unterstützender Beziehungen.

Beispielsweise zeigte sich für Kinder »ein wertschätzendes und strukturgebendes Erziehungsklima wichtig, in dem Eltern konsistente und klare Verhaltensregeln geben und den Alltag strukturieren«, über ihre Kinder informiert sind (z. B. über Aufenthaltsort und Kontakte) und sich zugewandt und interessiert zeigen (vgl. Conen 2005).

Stärkende Kontakte können auch (zusätzlich) “Mentoren” außerhalb des Elternhauses sein, wie Lehrer, Verwandte, Therapeuten und andere.

Im Hinblick auf kompetentes Lernen bedeuten diese Überlegungen im Umgang mit Schülern u. a.

  • aktives, selbstständiges Lernen unterstützen, »forschen«
  • Problemlösestrategien entwickeln
  • Selbstwert stärken
  • ermutigende Rückmeldungen geben
  • zielorientiertes, strukturiertes Arbeiten fördern
  • angemessene Leistungsanforderungen stellen
  • Fehler/Misserfolg als Schlüssel für zukünftigen Erfolg sehen
  • das Nutzen von Hilfsangeboten als Kompetenz verdeutlichen

Auch in Lerntherapie und Beratung in meiner Praxis sind das Verstehen von Zusammenhängen (z. B. innerhalb des Lernstoffs, zwischen eigenem Verhalten und Ergebnis), das Stärken des eigenen Kompetenzgefühls (statt Hilf- und Mutlosigkeit), das Entwickeln sinnvoller Ziele sowie der wertschätzende Kontakt von grundlegender Bedeutung.

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Ansichtssache!

Sonntag 10. Juli 2011 von admin

„(…), dass Realität nicht das ist, was sie uns zu sein scheint, sondern eine soziale Konstruktion sozialer Akteure.“ (Arist von Schlippe et al., 1995)

Realitäten werden konstruiert – sie existieren nicht unabhängig vom Betrachter, nicht »an sich«.

Einstellungen und Bewertungen sind Teil der Bausteine, mit denen wir unsere Realität aufbauen und daher von zentraler Bedeutung für das eigene Erleben. Es ist ausschlaggebend, wie wir Ereignisse »sehen« und einordnen.

So können wir beispielsweise der selben Reihe zu erledigender Aufgaben als »Herausforderung« begegnen, die unsere Kreativität anregt und Chance für befriedigende Erfolgserlebnisse ist oder als bedrohliche Hürde, die uns erschöpfen und gefangen nehmen wird.

Es kann Kritik einer Lehrerin als Entmutigung und Mangel an Verständnis aufgefasst werden – oder aber als Zutrauen und Hilfe, das eigene Leistungsvermögen weiter zu entwickeln.

Bei mehreren Möglichkeiten der »Sicht der Dinge« ist es daher oftmals sinnvoller zu fragen: Welche Sichtweise ist hilfreich? Und nicht: Wer hat Recht?

Aussagen und Gedanken können demnach danach geprüft werden, ob sie

  • Stress (weiter) steigern und Handeln blockieren oder aber
  • Selbstwert und Handlungskompetenz fördern

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