Sonntag 18. Dezember 2011 von admin
Ebenso wichtig für erfolgreiches Lernen sind neben effektiven Lernphasen auch Mußezeiten.
Gemeint sind hier nicht außerschulische Termine für Musik oder Sport. Gemeint sind echte Frei-Zeiten.
Ruhe von Verpflichtungen und zielgerichtetem Handeln. Phasen, in denen der Kopf nicht wieder mit anfordernden Reizen konfrontiert ist.
Zeiten, in denen sich etwas aus sich heraus entwickeln darf.
In solchen Phasen regeneriert das Gehirn und speichert Gelerntes ab.
Es wird Energie gesammelt und – jenseits von geschafft/nicht geschafft – auch Selbstwert gestärkt: das Erleben von »liebenswert« und »wertvoll« wird von Leistung entkoppelt.
Vielleicht prüfen Sie einmal für Ihre Kinder, aber natürlich auch für sich selbst, wie viel Freiräume der Alltag beinhaltet und ob es ggf. mehr davon geben dürfte.
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Sonntag 23. Oktober 2011 von admin
Aspekte der Bedeutung von Bewegung für das Lernen
- Aktivierung eines größeren Teils des Gehirns, Vernetzung von Nervenbahnen: vermehrte Bildung von Neurotrophinen, Anregung des Wachstums von Nervenzellen, Steigerung synaptischer Verbindungen, komplexeres Denken wird so gefördert.
- Abbau von Spannung/Stressreduktion, emotional und körperlich. Daueranspannung mit ständigem Adrenalinausstoß erschwert bis blockiert Lernen und Gedächtnis.
- Bessere Stimmung, gute Laune durch die Freisetzung von Endorphinen.
- Überkreuzbewegungen (siehe Krabbeln beim Kleinkind) fördern die Koordination beider Gehirnhälften.
- Förderung der Koordination von Auge und Hand.
- Steigerung der Durchblutung im Gehirn, Förderung des Stoffwechsels.
- Handlungsorientiertes Lernen: Steigerung der Merkfähigkeit, wenn verschiedene Sinne genutzt werden. Beispiel: Spielen und Darstellen von Lerninhalten. Das Lernpotenzial erweitert sich, wenn auch ansonsten weniger genutzte Sinne/Gehirnareale aktiviert werden.
- Nach dem Sport zeigen sich im EEG vermehrt Alphawellen, die vorteilhaft für das Lernen sind.
- Bewegung ist gesundheitsfördernd und schließlich auch
- eine Ausdrucksmöglichkeit:
“Wenn ich Ihnen sagen könnte, was es ist, hätte ich es nicht getanzt.”
(Zitat der Tänzerin Isadora Duncan nach Howard Gardner: »Abschied vom IQ«, 2001)
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Sonntag 23. Oktober 2011 von admin
„Wie wird man in einem Fluss mit Stromschnellen, Strudeln und anderen potenziellen Gefahren ein guter Schwimmer?“ (Antonovsky, 1997)
Der Medizinsoziologe Antonovsky entwickelte das Konzept der »Salutogenese«. Es zeigt Einstellungen, die dazu führen, dass Menschen unter identischen Stressbedingungen eher gesund bleiben als andere.
Zusammenfassend nannte er diese Einstellungen, die den Unterschied ausmachen, »sense of coherence« (SOC), Kohärenzsinn.
Drei Faktoren machen demnach den Kohärenzsinn aus; sie gilt es in ihrer Entwicklung zu fördern:
- Verstehbarkeit: Geschehen wird als strukturiert und erklärbar erlebt.
- Handhabbarkeit: Die Überzeugung, Ereignisse können eigenständig oder mit Hilfe bewältigt werden.
- Sinnhaftigkeit: Probleme und Anforderungen werden als Herausforderungen angegangen, weil dies als bedeutsam und wertvoll erlebt wird.
Auch das Konzept der »Resilienz« beschäftigt sich mit den Schutzfaktoren, die Menschen gegenüber den Belastungen des Lebens widerstandsfähig (und damit auch: leistungsfähig) machen. Demnach ist ein weiterer Aspekt in jedem Alter wichtig,
- das Vorhandensein unterstützender Beziehungen.
Beispielsweise zeigte sich für Kinder »ein wertschätzendes und strukturgebendes Erziehungsklima wichtig, in dem Eltern konsistente und klare Verhaltensregeln geben und den Alltag strukturieren«, über ihre Kinder informiert sind (z. B. über Aufenthaltsort und Kontakte) und sich zugewandt und interessiert zeigen (vgl. Conen 2005).
Stärkende Kontakte können auch (zusätzlich) “Mentoren” außerhalb des Elternhauses sein, wie Lehrer, Verwandte, Therapeuten und andere.
Im Hinblick auf kompetentes Lernen bedeuten diese Überlegungen im Umgang mit Schülern u. a.
- aktives, selbstständiges Lernen unterstützen, »forschen«
- Problemlösestrategien entwickeln
- Selbstwert stärken
- ermutigende Rückmeldungen geben
- zielorientiertes, strukturiertes Arbeiten fördern
- angemessene Leistungsanforderungen stellen
- Fehler/Misserfolg als Schlüssel für zukünftigen Erfolg sehen
- das Nutzen von Hilfsangeboten als Kompetenz verdeutlichen
Auch in Lerntherapie und Beratung in meiner Praxis sind das Verstehen von Zusammenhängen (z. B. innerhalb des Lernstoffs, zwischen eigenem Verhalten und Ergebnis), das Stärken des eigenen Kompetenzgefühls (statt Hilf- und Mutlosigkeit), das Entwickeln sinnvoller Ziele sowie der wertschätzende Kontakt von grundlegender Bedeutung.
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Sonntag 23. Oktober 2011 von admin
Häufig taucht für Eltern die Frage nach dem Sinn von zusätzlichem Übungsmaterial auf. Zum Beispiel in Form von Heften, die Inhalte zum Wiederholen und vertiefenden Üben anbieten. Zumeist erhalten die Schüler motivierende Sternchen, Smilies u. ä., wenn Übungseinheiten absolviert wurden.
Gut oder nicht gut?
In meiner Praxis erlebe ich zumeist, dass nicht das »Wieviel« bei Lernschwierigkeiten entscheidend ist, sondern vielmehr das »Wie«.
Beispiel Deutsch, Rechtschreibung: Wird jedes Mal auf`s Neue versucht, ein Wort nach seinem Klang aufzubauen, hilft häufiges Üben nicht dauerhaft – solange die Strategie nicht geändert wird.
Beispiel Mathe, Minusrechnen: Wird immer wieder neu Zahl für Zahl herunter gezählt, hilft häufiges Üben nicht dauerhaft – solange die Strategie nicht geändert wird.
Das kann dazu führen, dass vieles Üben insbesondere eines vertieft: die wenig effektive Lernstrategie.
Erst, wenn die Lerntechniken effizient und hilfreich sind, verhilft das Üben zu stabilen Erfolgen – dann aber ist zusätzliches Lernen häufig nur noch in Maßen nötig.
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Mittwoch 10. August 2011 von admin
… für Kinder und Erwachsene, z. B. an »Übergängen« (nach dem Ankommen, nach dem Toben, vor/nach dem Essen, usw.), zum kurzen Erholen, Umschalten, Ruhe finden. In der Familie kann man auch ein Signal vereinbaren, z. B. Klangschale, Triangel schlagen, Handzeichen, o. ä. für Beginn und Ende; 1 oder 2 Minuten reichen schon.
Anregungen ….
- 5 mal Ein/Aus-Atmen vor/nach jedem Essen
- sich angenehme Dinge vorstellen, träumen
- massieren bzw. Nacken/Schultern/Rücken/Arme/Hände ausstreichen
- Kopf auf die Arme legen oder Hände vor das Gesicht und einfach nichts tun
- das eigene Gewicht auf dem Stuhl wahrnehmen
- den Atemverlauf folgen
- die Stille/Geräusche hören
- einen Gegenstand (Muschel, Murmel, Glas, …) betrachten
- dem eigenen Herzschlag lauschen
- Übungen aus Entspannungstechniken, wie Autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung
- ruhige Musik hören
- an den Händen fassen und den eigenen bzw. gemeinsamen Atemrhythmus wahrnehmen
…… und anderes mehr ……
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Sonntag 10. Juli 2011 von admin
„(…), dass Realität nicht das ist, was sie uns zu sein scheint, sondern eine soziale Konstruktion sozialer Akteure.“ (Arist von Schlippe et al., 1995)
Realitäten werden konstruiert – sie existieren nicht unabhängig vom Betrachter, nicht »an sich«.
Einstellungen und Bewertungen sind Teil der Bausteine, mit denen wir unsere Realität aufbauen und daher von zentraler Bedeutung für das eigene Erleben. Es ist ausschlaggebend, wie wir Ereignisse »sehen« und einordnen.
So können wir beispielsweise der selben Reihe zu erledigender Aufgaben als »Herausforderung« begegnen, die unsere Kreativität anregt und Chance für befriedigende Erfolgserlebnisse ist oder als bedrohliche Hürde, die uns erschöpfen und gefangen nehmen wird.
Es kann Kritik einer Lehrerin als Entmutigung und Mangel an Verständnis aufgefasst werden – oder aber als Zutrauen und Hilfe, das eigene Leistungsvermögen weiter zu entwickeln.
Bei mehreren Möglichkeiten der »Sicht der Dinge« ist es daher oftmals sinnvoller zu fragen: Welche Sichtweise ist hilfreich? Und nicht: Wer hat Recht?
Aussagen und Gedanken können demnach danach geprüft werden, ob sie
- Stress (weiter) steigern und Handeln blockieren oder aber
- Selbstwert und Handlungskompetenz fördern
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